02.04.2026

Interview

Interview mit Nikola Dude: Ein Blick in unsere IMPACT-Gruppen

Heute werfen wir einen Blick in die IMPACT-Gruppe „Ökologische Baustelle“.  Dafür haben wir mit Nikola Dude gesprochen.

Was verstehen wir unter einer „ökologischen Baustelle“? 
Eine ökologische Baustelle sollte so funktionieren, dass sie die Umwelt während der gesamten Bauphase so wenig wie möglich belastet. Dafür reduziert man Energie, Strom und Wasserverbrauch, hat klar definierte Prozesse im Umgang mit Abfällen, vermeidet Abfälle wo möglich und senkt Treibhausgasemissionen. Gleichzeitig behalten wir Wirtschaftlichkeit, Bauqualität und funktionierende Abläufe auf der Baustelle im Blick.  

Warum ist das Thema für uns bei Instone so wichtig? 
Als Projektentwickler tragen wir Verantwortung: Deswegen planen wir nicht nur nachhaltige Gebäude, sondern gestalten auch den Bauprozess nachhaltiger. Vor allem unsere Scope-2-Emissionen, die den Strom- und Wärmeverbrauch in unseren Büros, Niederlassungen sowie auf den Baustellen umfassen, fallen hier stark ins Gewicht. Diese Emissionen wollen wir Schritt für Schritt senken, um unser Ziel „Klimaneutralität 2045“ aktiv zu unterstützen. Gerade in diesem Bereich haben wir die Möglichkeit, bereits kurzfristig mit vergleichsweise kleinen Maßnahmen eine spürbare Wirkung zu erzielen. 

Wir wollen auf unseren Baustellen außerdem Energie, Strom und Wasserverbrauch kontinuierlich senken und Abfall deutlich reduzieren. Dafür etablieren wir einen Maßnahmenkatalog, der regionale Best Practices bündelt und in allen Projekten anwendbar macht. 

Woran arbeitet die IMPACT-Gruppe aktuell?
Wir überlegen, wie wir Energie-, Strom- und Wasserverbrauch auf unseren Baustellen verringern können. Dafür analysieren wir sowohl den Betrieb der Baucontainer – also Heizung, Kühlung und Allgemeinverbrauch – als auch die eigentlichen Bauprozesse.  Wir führen Kosten-Impact-Analysen durch und bewerten Maßnahmen danach, wie viel CO₂ sie einsparen. Ziel ist ein unternehmensweit nutzbarer Maßnahmenkatalog mit einer transparenten Kostenübersicht und wirtschaftlich tragfähigen Lösungen zur Verbrauchsreduktion. 

Welche Herausforderungen gibt es – und wie geht ihr sie an?
Damit Nachhaltigkeitsmaßnahmen wirken, müssen alle Beteiligten mitziehen – insbesondere Nachunternehmer. Unterschiedliche Baustellensituationen, Gewerke und Arbeitsweisen erschweren einheitliche Abläufe. Die IMPACT-Gruppe entwickelt deshalb klare Standards, einfache Prozesse und Hilfsmittel, die sich gut in den Baustellenalltag integrieren lassen.  Einige Maßnahmen verursachen aktuell noch hohe Kosten, weil sie in der Branche noch kein Standard sind.  
Welche Maßnahmen setzt ihr bereits um?
Ein wesentlicher Schritt war die Einführung eines geschlossenen Rahmenvertrags für Ökostrom in Zusammenarbeit mit der Abteilung „Einkauf“. Alle Baustellen werden dadurch mit grünem Strom betrieben und wir senken die energiebedingten Scope2-Emissionen deutlich. 

Außerdem haben wir den gesamten Abfallprozess überarbeitet, um ein einheitliches Vorgehen für alle zukünftigen Baustellen zu entwickeln. Eine Pilotphase mit einem digitalen Abfallmanagement-Tool hat gezeigt, wie wir Datenqualität und Transparenz verbessern können. Als Ergebnis binden wir auf allen neuen Baustellen spezialisierte Dienstleister für die Abfalllogistik ein. Dadurch erfassen wir Abfallmengen systematisch, schaffen eine verlässliche Datengrundlage. und können unser Abfallmanagement kontinuierlich weiterentwickeln. 

Welche Learnings gibt es bisher?
Der wichtigste Hebel ist Transparenz. Sobald wir Energie, Wasser und Abfallmengen sauber erfassen, können wir Einsparpotenziale deutlich besser identifizieren. Ebenso wichtig ist der Austausch innerhalb der IMPACT-Gruppe. Unsere Projektmanager bringen Erfahrungen aus verschiedenen Projekten und Baustellen ein. So sehen wir schnell, was in der Praxis gut funktioniert und wo es hakt.  Besonders wertvoll ist auch die Perspektive des Einkaufs: Sie verstehen gut, wie Nachunternehmer arbeiten und welche ökologischen Anforderungen wir in Vergaben realistisch integrieren können. 

Dieser vielfältige Austausch hilft uns, voneinander zu lernen, erfolgreiche Lösungen schneller zu übertragen und unsere Baustellenprozesse gemeinsam weiterzuentwickeln.  

Welche ökologischen Effekte lassen sich realistisch kurzfristig erzielen – und welche eher langfristig? 
Kurzfristig
wirken Maßnahmen, die wir sofort umsetzen können – etwa bessere Abfalltrennung, weniger Überbestellungen oder ein bewussterer Umgang mit Energie und Wasser. Solche Schritte senken Abfallmengen und reduzieren Ressourcenverbrauch nach kurzer Zeit.

Langfristig erzielen wir die größten Effekte durch strukturelle Veränderungen, die tief in unsere Abläufe und Wertschöpfung eingreifen. Dazu gehört die stärkere Einbindung der Lieferkette und die Schulung unserer Nachunternehmer. Verbindliche ökologische Vorgaben in Vergaben und Verträgen schaffen dafür den Rahmen. So verankern wir nachhaltiges Handeln dauerhaft im Baustellenalltag. 

Wie könnte die ökologische Baustelle bei Instone in 5–10 Jahren aussehen? 
Professionelle Dienstleister übernehmen die Abfalllogistik, klare Standards erhöhen die Recyclingquote und reduzieren Restabfälle spürbar. Nachunternehmer arbeiten nach verbindlichen ökologischen Vorgaben, nehmen regelmäßig an Schulungen teil und integrieren nachhaltige Standards in ihre Abläufe. Gleichzeitig sorgen effizientere Baustrom und Heizkonzepte, optimierte Materialflüsse und verbesserte Logistik dafür, dass die Baustellen deutlich weniger Ressourcen verbrauchen. Nachhaltigkeit im Baustellenbetrieb ist dann keine Ausnahme mehr, sondern gängige Praxis. 

Persönlich gefragt: Warum engagierst du dich in dieser Arbeitsgruppe? 
Als Projektentwickler müssen wir nicht nur nachhaltige Gebäude bauen, sondern auch den Weg dorthin nachhaltiger gestalten. Die ökologische Baustelle ist einer der Bereiche, in dem wir mit kleinen Schritten schon eine große Wirkung erzielen können. Es motiviert mich, an Lösungen mitzuarbeiten, die nicht nur theoretisch sinnvoll klingen, sondern im Alltag funktionieren und einen messbaren Unterschied machen.  

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